Donnerstag, 30. Oktober 2008

Wings Over Houston

Hey Blogleser,
ich wollte euch noch schnell vom letzten Wochenende berichten. Am Samstag waren wir Abends auf einem privaten "Oktoberfest" "eingeladen". Die Fete stieg im Rahmen einer Wohltätigkeitsorganisation, in der die Konrads, unsere Chefs, aktiv sind. Freundlicherweise waren die Praktikantne auch willkommn, allerdings hauptsächlich um beim Catering mit anzupacken, also Bier ausschenken, Grillen, etc. Aber was tut man nicht alles für frei-Bier und gutes Essen. Wir hatten unseren Spaß.

Am Sonntag waren wir bei der "Wings over Houston" Airshow am Ellington Field. Das war sehr beerindruckend, in jeder Hinsicht. Viele Flugzeuge waren zum anfassen auf dem Rollfeld ausgestellt. Kleiner Maschinen, Kampfjets, der gigantisch große B-52 Bomber, eine hochmoderne C-17 Frachtmaschine von Boing und der sagenhafte Shuttle-Carrier der Nasa.

Das eigentliche Spektakel gab es aber in der Luft. Von halsbrecherischer Luftakrobatik bis hin zum perfekten Formationsflug der "Thunderbirds", der F-16-Staffel der US Air Force. Es war einiges geboten. Ein Klick auf mein Webalbum auf Picasa lohnt sich glaube ich. Ich fands klasse die Jets mal hautnah zu erleben. Die Geschwindigkeit, der Lärm, die Wendigkeit...unglaublich.



Besonders eindrucksvoll war aber vor allem die Atmosphäre der Veranstaltung. Ich sags gleich: Patriotischer und mit noch mehr Kriegsverherrlichung geht's kaum. Als ca. 35 ältere Maschinen im Anflug waren und Pearl Harbour eindrucksvoll nachstellten wurden wir ja schon etwas stutzig. Aber auch ein kleines Kriegsspiel im Stil des Vietnamkrieges mit Helikoptern kam bald danach. Passend zum Spektakel gaben alte Kriegsveteranen Unterschriften in den Zelten der Air Force, wo man am PC-Spiel die neuen Kriegsdrohnen der Army ausprobieren konnte.

Das alles kam uns schon etwas befremdlich vor, aber in den USA gehört das Militär und "der Kampf und die geliebte Freiheit" dazu.

Machts gut! Bis bald.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Houston, New Braunfells, San Antonio

Hallo Blogleser,

Zeit für ein Update! Gleich mal vorneweg: Mir gehts grad prima hier in Houston. Schon die letzte Woche in der Firma war sehr angenehm. Ich habe es immer öfter geschafft dem Mashine room zu entfliehen und an der Entwicklung meines "side locks" weiterzuarbeiten. Ich soll mit ner CAD Software ein neues Design für ein kleines Kunststoffteil an den Enden der Profilen entwerfen. Macht echt spass. Diese Woche machen wir den Entwurf eines neuen Rolladenprofils fertig. Ihr seht, es geht bergauf. Jetzt aber alles der Reihe nach.

Vorletzten Sonntag hatten wir eine Einladung bei Familie Gennsler in Houston. Die Leute kennen unseren Chef recht gut und der Sohn Oliver studiert witzigerweiße Maschinenbau mit uns in Karlsruhe, jedoch am International Department. Da Oliver für 10 Tage in Houston war, haben die Gensslers und kurzerhand zum Grillen eingeladen. Das war wohl die edleste BBQ meines Lebens.

Links: Von o.l.: Hannes, Oliver, Alehandro, Basti, ich, Vanessa.

Rechts: Katharina in der Mitte und noch eine Freundin von Ali am rechten Bildrand.



Am vergangenen Freitag waren wir dann mit Oliver und seinen Freunden in Houston auf Tour. War klasse! Am Samstagmorgen sind wir dann zu 5nft nach New Braunfells aufgebrochen. Johannes, Basti, Vanessa, Katharina und ich. Vanessa ist ja eine der Praktikantinen und Katharina haben wir im Konsulat getroffen. Die äußerst gesprächige Dame aus Oldenburg ist zum Urlaub und zum Babysitten zu ihrer Schwester und ihrem Schwager nach Houston gekommen. New Braunfells ist jetzt zwar nicht der Nabel von Texas, aber es gibt dort Flüsse die für River Rafting prepariert sind. Dort mietet man sich dann nen großen Gummireif kauft sich möglichst viel Bier, packt das in ein Netz und bindet es an seinen Reifen! Dann wird ins 23°C warme wasser gesessen, man lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen und gondelt gemütlich flussabwärts. Das ist Lebensqualität sag ich euch! Besser geht's kaum. Wir haben uns köstlich amüsiert und die paar Stromschnellen so oft durchfahren, dass wir am Ende fast 5 Stunden auf dem Wasser waren. Die Fotos muss ich leider nachreichen, da die Bilder aus Katharina's wasserdichte Kamera erst noch entwickelt werden müssen.

Da New Braunfells ca. 3h von Houston entfernt ist haben wir die Nacht und den folgenden Sonntag in San Antonio verbracht. San Antonio (7. größte Stadt in den USA!) ist wirklich hübsch. Zwar ist so ziemlich alles künstlich errichtet worden, inclusive einem ausgedehntem tiefergelegenen Flussystem, dem Riverwalk, doch bietet San Antonio gerade Abends eine herrliche Atmosphäre. Wir waren dann direkt am Riverwalk mexikanisch Essen, waren aber nach 3h Schlaf, viel Autofahren, viel Bier auf dem Fluss und viel Sonne ziemlich geplättet. Am Sontag haben wir dann den berühmten Schlachtplatz von Alamo besichtigt, wo ca 200 Texaner versuchten, gegen tausende Mexikaner Widerstand zu leisten. Ihr seht, wir hatten ein prächtiges Wochenende. Jetzt wird wieder ein bisschen gespart und "gefastet". Die letzte Woche war mit All-you-can-eat-buffet, BBQ und Road trip geprägt vom ausgiebigen Essen.

Inzwischen finde ich auch immer öfter Gelegenheit mal wieder Laufen zu gehen. Zwar springe ich jeden Tag nach der Arbeit in den Pool, aber es muss ja auch Ersatz für meine Fahrradtouren her. Für das kommenden Wochenden steht bisher nur eine Einladung auf ein privates Oktoberfest bei Freunden unserer Chefs fest. Mal sehen was sich noch so ergibt.

Bleibt mir treu meine Leser! Und übrigens: Ihr könnt jetzt auch ohne einen Google-Account Kommentare scheiben! Ich würde mich freuen!

Gruß aus Houston!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Houston we HAD a problem

Servus Blogleser,

ich dachte ich melde mich mal wieder. Mal überlegen wo ich anfange...
Wir haben inzwischen wieder Strom in der Firma. Das hieß leider nicht direkt, dass ich mich wie Basti auf den Weg von der Halle ins Büro machen konnte, sondern dass ich erstmal geholfen habe die Rollformanlage wieder in Gang zu setzen. Das ging schneller als gedacht. Außer einem Sensor war alles in Ordnung. Allerdings habe ich dann noch fast die ganze Woche an der Maschine gestanden und die Rolladenschienen verpackt, weil der eine Kollege recht unregelmäßig zur Arbeit erscheint und ersetzt werden muss... das wird mir wohl noch öfters passieren. So langsam bekomme ich aber immer mehr Jobs im Büro, was meiner Laune ganz gut tut.

Inzwischen sind wir 5 Praktikanten. Es kam noch Christin (Russischer Ursprung) und Vanessa aus dem Münsterland hinzu. Die beiden arbeiten den Sekretärinnen zu. Das Christin weder den Führerschein hat, noch 21 ist hat schon zu gewissen Komplikationen geführt. In den USA kommt man unter 21 nämlich nichtmal über die Schwelle einer Kneipe.

Wir waren des öfteren mal mit Can, dem vietnamesischen Alleskönner von Rollac, unterwegs. Sowohl in Houston Downtown, als auch einfach mal auf ein Bier hier in Pearland. Sehr angenehmer Zeitgenosse, der viele Tipps und witzige Geschichten über Rollac auf Lager hat. v.l: Stefan, der die Augen gerad nicht ganz aufbekommen hat, Sebastian, Hannes und ich. Foto von Can folgt noch.

Letztes Wochenende waren wir im Houston Natural Science Museum. Hat sich echt gelohnt. Ist durchaus mit dem Natural History Museum aus London zu vergleichen, wenn auch nicht ganz so groß. Eindeutig cooler war aber unser heuter Trip zum Johnson Space Centre hier in Houston. Wir haben das historische Mission Control Centre gesehen, die RIESIGE Saturn V Rakete und vieles mehr...siehe Bilder.

Am Freitag Abend hat uns unser Chef mit aufs Konsulat genommen. Dort gab es anlässlich des Tags der Deutschen Einheit ein kleines aber nobles Fest für geladene Gäste. Wir haben uns unter die Reichen und Wichtigen gemischt und das Buffet genossen :-). War mal schön die frisch gekaufte Stoffhose fürs Praktikum endlich mal einzusetzen. In der Firma werd ich die ja nicht brauchen.

Tja, wohnen tun wir nach wie vor bei den Chefs und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Wir haben auf eigene Faust versucht was zu bekommen, aber da ist nichts zu holen. Ohne Social Security Number, mit unerem geringen Einkommen und für die kurze Zeit bekommt man hier nichts. Für die Annehmlichkeiten wie Pool, Fitness-Raum und ab und zu deutsches Essen, nehme ich die eingeschränkte Unabhängigkeit für 3 Monate aber in kauf.

Auch mit der Tatsache das uns das Praktikum bei Rollac fachlich nicht wirklich etwas bringen wird, haben wir uns abgefunden.Wir machen das beste daraus und nehmen alles mit, was es in Texas zu erleben gibt.

Die Details zum inzwischen "gelösten" Praktikum-Problem gibt es beim nächsten mal... ist schon wieder recht spät geworden.
Gruß aus Pearland

PS: Für alle die bisher die restlichen Bilder noch nicht gefunden haben: Picasa-Webalben